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Salz

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Vom weissen Gold der Hochkulturen zum Killer der Industrienationen

Bis in die Zeit der Industrialisierung war Salz ein wertvolles Gut. Das „weisse Gold“ schuf florierende Städte und individuellen Reichtum. Bei Griechen und Römern wurde das am Meer gewonnene Salz über „Salzstrassen“ ins Landesinnere transportiert. Der Salzhandel war ein einträgliches Geschäft. In den Alpenländern wurde Salz in Bergwerken abgebaut.  Adel und Klöster profitierten durch Steuern und Zölle vom Salzgeschäft. Nicht selten war Salz sogar der Grund für kriegerische Auseinandersetzungen.

Bevor Kühlschränke aufkamen war Salz das wichtigste Konservierungsmittel. Europäer haben im 16. Jahrhundert wahrscheinlich gegen 40g Salz täglich über gesalzenen Fisch und gepökeltes Fleisch zu sich genommen. Im 18. Jahrhundert war Salz in Frankreich hoch besteuert, trotzdem betrug der durchschnittliche Konsum rund 15g/Tag. Während mehrerer Jahrhunderte wurde sicher drei oder vier Mal mehr Salz konsumiert als heute. Starben die Leute damals wie Fliegen an den Folgen eines hohen Blutdrucks? Die Blutdruckmanschette war noch nicht erfunden, aber trotzdem dürfen wir davon ausgehen, dass Herzinfarkte und Hirnschläge zu den seltenen Todesursachen gehörten.

Die Theorie, dass Salz den Blutdruck erhöht, ist rund 100 Jahre alt. Oder besser: leider 100 Jahre jung geblieben. „Bewiesen“ mit ein paar fragwürdigen Studien. Bis zu 97% der Ernährungsstudien sind Schrott sagt der Statistiker John Ioannidis der Stanford University. Die Salzstudien belegen das eindrücklich.

1977 publizierte das George McGovern’s Senate Select Committee on Nutrition die Dietary Goals for Americans. Diese empfehlen, dass ALLE Amerikaner, ob gesund oder krank, ihren Salzkonsum auf 5g/Tag beschränken. Einige wenige Studien mit rund 200 Teilnehmern hatten ergeben, dass sich ein hoher Blutdruck mit einer salzarmen Diät senken liess. Allerdings nur bei ganz wenigen, und erst noch nur ganz wenig. Die Dietary Goals basierten auf diesen wenigen mageren Studien und auf der Anhörung von Experten. Harte wissenschaftliche Daten lagen keine vor.

Wie konnte es geschehen, dass einige wenige und oft noch kontroverse Studien mit ein paar Hundert Teilnehmern genügten, einer Nation von damals 220 Millionen Einwohnern und damit mehr oder weniger der ganzen Welt Ernährungsrichtlinien vorzuschreiben? „Follow the money“, sagt Tim Noakes lakonisch. Aufgrund mehrerer Studien wurde klar, dass das andere weisse Kristall eine wichtigere Rolle spielt. Zucker als bad guy, das durfte nicht sein. Die einflussreiche Zuckerindustrie reagierte rasch und wirksam. Wie wenige Jahre zuvor in die Low Fat Lobby strömten nun grenzenlos Forschungsgelder in die Low Salt Lobby. Auch dieser Coup gelang, Zucker verschwand wieder aus dem Radar, der schwarze Peter blieb beim Salz.  

Nach all dem hin und her von vielen minderwertigen Pro- und wenigen Kontra-Studien sollte die Mutter aller Salzstudien endlich die fehlenden harten Belege für die Salzrestriktion bringen. Die Intersalt Studie erhob akribisch den Salzkonsum von über 10‘000 Personen in 52 Zentren. Sie postuliert einen Zusammenhang zwischen Salzkonsum und hohem Blutdruck. Bei sorgfältiger Analyse belegen die Zahlen allerdings das genaue Gegenteil. Nichtsdestotrotz dient sie bis heute als ultimativer Beweis für den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Herzinfarkt oder Hirnschlag. Wie ist das möglich? Ganz einfach, weil niemand die Studien sorgfältig liest und weil Experten aus den Schlussfolgerungen ohnehin das herauslesen, was sie hören wollten, weil sie es ja schon „wussten“. Das ist dann “Expertenmeinung”. Also Schrott.

Die Datenlage ist klar: Für Gesunde ist der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und hohem Blutdruck reine Fiktion. Wenn uns Ernährungsgesellschaften und „Experten“ auf die McGovern Dosis von 5g Salz/Tag beschränken wollen, ist das SCHROTT.

It is easier to fool people, sagt Mark Twain, than to convince them that they have been fooled. Pseudowissenschaft und Expertenarroganz haben uns über 40 Jahre kompromisslos indoktriniert. Besser würden wir auf unser Bauchgefühle und unsern eigenen Verstand hören.

Salz

Vom weissen Gold der Hochkulturen zum Killer der Industrienationen

Bis in die Zeit der Industrialisierung war Salz ein wertvolles Gut. Das „weisse Gold“ schuf florierende Städte und individuellen Reichtum. Bei Griechen und Römern wurde das am Meer gewonnene Salz über „Salzstrassen“ ins Landesinnere transportiert. Der Salzhandel war ein einträgliches Geschäft. In den Alpenländern wurde Salz in Bergwerken abgebaut.  Adel und Klöster profitierten durch Steuern und Zölle vom Salzgeschäft. Nicht selten war Salz sogar der Grund für kriegerische Auseinandersetzungen.

Bevor Kühlschränke aufkamen war Salz das wichtigste Konservierungsmittel. Europäer haben im 16. Jahrhundert wahrscheinlich gegen 40g Salz täglich über gesalzenen Fisch und gepökeltes Fleisch zu sich genommen. Im 18. Jahrhundert war Salz in Frankreich hoch besteuert, trotzdem betrug der durchschnittliche Konsum rund 15g/Tag. Während mehrerer Jahrhunderte wurde sicher drei oder vier Mal mehr Salz konsumiert als heute. Starben die Leute damals wie Fliegen an den Folgen eines hohen Blutdrucks? Die Blutdruckmanschette war noch nicht erfunden, aber trotzdem dürfen wir davon ausgehen, dass Herzinfarkte und Hirnschläge zu den seltenen Todesursachen gehörten.

Die Theorie, dass Salz den Blutdruck erhöht, ist rund 100 Jahre alt. Oder besser: leider 100 Jahre jung geblieben. „Bewiesen“ mit ein paar fragwürdigen Studien. Bis zu 97% der Ernährungsstudien sind Schrott sagt der Statistiker John Ioannidis der Stanford University. Die Salzstudien belegen das eindrücklich.

1977 publizierte das George McGovern’s Senate Select Committee on Nutrition die Dietary Goals for Americans. Diese empfehlen, dass ALLE Amerikaner, ob gesund oder krank, ihren Salzkonsum auf 5g/Tag beschränken. Einige wenige Studien mit rund 200 Teilnehmern hatten ergeben, dass sich ein hoher Blutdruck mit einer salzarmen Diät senken liess. Allerdings nur bei ganz wenigen, und erst noch nur ganz wenig. Die Dietary Goals basierten auf diesen wenigen mageren Studien und auf der Anhörung von Experten. Harte wissenschaftliche Daten lagen keine vor.

Wie konnte es geschehen, dass einige wenige und oft noch kontroverse Studien mit ein paar Hundert Teilnehmern genügten, einer Nation von damals 220 Millionen Einwohnern und damit mehr oder weniger der ganzen Welt Ernährungsrichtlinien vorzuschreiben? „Follow the money“, sagt Tim Noakes lakonisch. Aufgrund mehrerer Studien wurde klar, dass das andere weisse Kristall eine wichtigere Rolle spielt. Zucker als bad guy, das durfte nicht sein. Die einflussreiche Zuckerindustrie reagierte rasch und wirksam. Wie wenige Jahre zuvor in die Low Fat Lobby strömten nun grenzenlos Forschungsgelder in die Low Salt Lobby. Auch dieser Coup gelang, Zucker verschwand wieder aus dem Radar, der schwarze Peter blieb beim Salz.  

Nach all dem hin und her von vielen minderwertigen Pro- und wenigen Kontra-Studien sollte die Mutter aller Salzstudien endlich die fehlenden harten Belege für die Salzrestriktion bringen. Die Intersalt Studie erhob akribisch den Salzkonsum von über 10‘000 Personen in 52 Zentren. Sie postuliert einen Zusammenhang zwischen Salzkonsum und hohem Blutdruck. Bei sorgfältiger Analyse belegen die Zahlen allerdings das genaue Gegenteil. Nichtsdestotrotz dient sie bis heute als ultimativer Beweis für den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Herzinfarkt oder Hirnschlag. Wie ist das möglich? Ganz einfach, weil niemand die Studien sorgfältig liest und weil Experten aus den Schlussfolgerungen ohnehin das herauslesen, was sie hören wollten, weil sie es ja schon „wussten“. Das ist dann “Expertenmeinung”. Also Schrott.

Die Datenlage ist klar: Für Gesunde ist der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und hohem Blutdruck reine Fiktion. Wenn uns Ernährungsgesellschaften und „Experten“ auf die McGovern Dosis von 5g Salz/Tag beschränken wollen, ist das SCHROTT.

It is easier to fool people, sagt Mark Twain, than to convince them that they have been fooled. Pseudowissenschaft und Expertenarroganz haben uns über 40 Jahre kompromisslos indoktriniert. Besser würden wir auf unser Bauchgefühle und unsern eigenen Verstand hören.

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