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Check-up

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Check-ups sind grossartig!


Sie schaden zwar mehr als sie nützen. Aber sie beleben den Umsatz der Medizinisch-Pharmazeutischen Kollaboration.

Eine Cochrane Review (der Goldstandard medizinischen Handelns), stellt unmissverständlich fest, dass das Resultat von Checkups mehr Diagnosen und mehr Behandlungen sind. Weder verbessern Checkups die Lebensqualität noch verlängern sie das Leben, weder reduzieren sie Krankentage noch akut notwendige Hospitalisationen. Aber sie generieren Diagnosen und rekrutieren Patienten. Zwei Standard-Diagnosen dominieren nach einem Checkup:

Hypercholesterinämie
Dies ist der Jargon für einen „zu hohen“ Cholesterinspiegel. Ein „hoher“ Cholesterinspiegel ist ein Laborwert, keine Krankheit. Was „zu hoch“ ist, definieren irgendwelche Gremien von selbsternannten Experten.

Schwergewichtig zurzeit die Cholesterol Clinical Trial Collaboration (CTT) und ihre Clinical Trial Service Unit. Für ihre selbstlose Arbeit haben sie in den letzten Jahren von der Pharma-Industrie über 350 Millionen Franken kassiert. Diese Zahlen kamen auf Betreiben des British Medical Journal (BMJ) zutage, nachdem die CTT selbst mit allen Mitteln den Rückzug eines Artikels im BMJ verlangt hatte, der ihre Resultate infrage stellte. Der Rückzug kam nicht zustande.

Denn die CTT weigert sich , die Daten Ihrer Studien durch unabhängige Forscher nachprüfen zu lassen. Das Argument: Die Daten seien Eigentum der Sponsoren der Studien. Honni soit qui mal y pense! Und diese gut bezahlten Geheimnisträger erlassen Richtlinien, ob ein Laborwert behandelt werden soll oder nicht…

Im Übrigen wurde seit meinem Studium der „normale“ Cholesterinwert immer weiter nach unten korrigiert, womit sich die Zahl der „behandlungsbedürftigen Patienten“ über die Jahre multiplizierte!

Kleiner Hinweis: es gibt keinen, aber auch gar keinen gültigen Beweis, dass ein hoher Cholesterinspiegel für Herzkreislaufkrankheiten ursächlich verantwortlich ist. Keinen.

Zweiter kleiner Hinweis: Plotten Sie die WHO Daten, durchschnittliche Cholesterinwerte und durchschnittliche Lebenserwartung in fast hundert Ländern in ein Diagramm und lassen Sie sich überraschen:
Je höher die Cholesterinwerte, desto länger Ihre Lebenserwartung,
besonders ausgeprägt, falls Sie eine Frau sind!

Dritter kleiner Hinweis: Gemäss einer Meta-Analyse von 11 Studien im BMJ open aus dem Jahr 2015 beträgt die durchschnittliche Lebensverlängerung durch cholesterinsenkende Medikamente 3.2 Tage bei Gesunden mit zu „hohem“ Cholesterinwert, bei Patienten nach einem Herzinfarkt 4.1 Tage.
Und das bei horrenden Kosten und erheblichen Nebenwirkungen über Jahre.
Ein täglicher Spaziergang ist unendlich viel wirksamer!

Hypertonie.
Schon wieder ein „Hyper“. Diesmal ist es der Blutdruck, der zu hoch ist. Auch hier wird „zu hoch“ seit meiner Studienzeit immer weiter nach unten korrigiert. Auch hier gilt: der hohe Blutdruck ist ein Messwert, keine Krankheit.

Wieso er zu hoch ist weiss die Schulmedizin in den seltensten Fällen, meistens ist er sogenannt „essentiell“. Mit andern Worten: Herr Doktor weiss nicht, wieso er zu hoch ist.

Aber er lernt natürlich, mit welchen Medikamenten er ihn auf den aktuell gültigen Normwert herunterholen kann! Dabei ist sehr gut dokumentiert, was den Blutdruck in die Höhe treibt: Stress, Ernährung (nein, nicht Salz!) und Bewegungsverhalten. Aber eben: Hauptsache wir haben eine Behandlung, die Ursache interessiert uns nicht. Richtlinien für die medikamentöse Behandlung des Messwerts «hoher Blutdruck» sind Unsinn. Der hohe Blutdruck hat eine Ursache, und Lifestyle Massnahmen normalisieren ihn in den meisten Fällen!

Wir sind ein Volk von Pillenschluckern. Gemäss einer Untersuchung der deutschen Gesetzlichen Krankenversicherung werden vom Arzt jedem Patienten pro Jahr acht Medikamente (!) verschrieben. Dazu kommen im Schnitt sechs nicht rezeptpflichtige Präparate dazu. In den USA schlucken 40% der 60+ Jährigen fünf oder mehr Medikamente täglich. Alle selbstverständlich aufgrund gültiger Verschreibungs-Richtlinien. Diese Guidelines gehören dringend von einem Pharma – unabhängigen Expertengremium überprüft!

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